1959 erlangte die Stadt Nerja Weltberühmtheit, als eine Gruppe spielender Kinder die Tropfsteinhöhlen durch einen Zufall entdeckte. Sie befinden sich knapp 5 Kilometer von der eigentlichen Stadt entfernt, in Nähe eines Dorfes, das Maro heißt. Die Jungen, die die Höhlen entdeckt hatten, wollten eigentlich nur Fledermäuse beobachten. Als sie alle in einen Brunnen gestiegen waren und sich auf einmal in einer der Höhlen befanden, hatten sie Bilder und Gegenstände entdeckt, die aus grauer Vorzeit stammten. Zudem waren sie nicht die ersten, die diesen Boden seit Jahrhunderten betreten hatten, es befanden sich dort nämlich auch einige Skelette.
Allein schon die wundersamen Gesteinsformationen lohnen den Besuch, doch bieten die Höhlen außerdem noch einige Wandmalereien, deren Entstehung auf die Steinzeit zurück datiert wurde. In den Höhlen und ihrer Umgebung lässt sich ein unvergesslicher Tag verbringen. Ein Restaurant bietet Platz zum Pausieren, die blühenden Gärten laden zum Spazieren ein. Die Höhlen können das ganze Jahr über besucht werden, der Eintritt für Erwachsene kostet 7€, Kinder zahlen die Hälfte.
Der Balcon de Europa wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und war zu damaliger Zeit eigentlich ein Schloss, das sich direkt an der Felsküste befand. Heute ist er zu einem Aussichtspunkt umgebaut worden. Auf dem Platz davor befinden sich einige fabelhafte Cafés und Restaurants. Hier lässt sich wunderbar entspannen und das Leben der Stadt beobachten.
Nachdem Mitte des 20. Jahrhunderts die Tropfsteinhöhlen von Nerja entdeckt wurden, konnte die Geschichte der Stadt und der Gegend weiter dokumentiert und erfasst werden. Die Entdeckung der Wandmalereien brachte den Beweis für eine Besiedlung des heutigen Südspaniens seid der Steinzeit.
Bis Mitte des 15. Jahrhunderts beherrschten die Muslime die Gegend, was auch die heute noch vielerorts erkennbaren arabischen Einflüsse erklärt. Die engen Gassen und weißen Häuserwände, sowie der in vielen Ecken blühende Jasmin sind Überbleibsel dieser Zeit. 1487 fand die Schlacht von Axarquia statt, während dieser die Christen die Gegend wieder zurück eroberten. Im Anschluss an diese von Kämpfen und Rebellionen geprägte Zeit wurde die Kapelle Nuestra Senora de las Angustias zu Ehren der Stadtpatronin errichtet und der heute weltberühmte Balcon de Europa erbaut, damals allerdings unter dem Namen "Torre de los Guardas". Den neuen Namen verdankt der Platz und Aussichtspunkt im Zentrum der Stadt dem damaligen König Alfonso XII.
Das kleine, durch Landwirtschaft und Fischfang geprägte Dörfchen Nerja verwandelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Anziehungspunkt für Touristen aus der ganzen Welt. 1959 wurden durch einen Zufall die Tropfsteinhöhlen von Kindern beim spielen entdeckt. Heute sind sie weltberühmt und bieten eine interessante Zeitreise dank der Wandmalereien und eine schöne Entdeckungstour durch eine Landschaft mysteriöser und außergewöhnlicher Gesteinsformationen.